Wasser- und Abwassernetze schützen: Warum Resilienz zur Schlüsselaufgabe wird
Der IFAT Circularity Monitor zeigt: Fast zwei Drittel der Befragten halten Deutschland für unzureichend auf Krisen in der Wasserversorgung vorbereitet. Der Schutz der kritischen Wasser- und Abwasserinfrastruktur wird damit zur Schlüsselaufgabe für Versorgungssicherheit, Wirtschaft und Gesellschaft.
Das Wichtigste in Kürze
| Kernaussage | Bedeutung für die Wasserwirtschaft |
|---|---|
63 % der Befragten sehen Deutschland auf Krisen in der Wasserversorgung unzureichend vorbereitet. | Resilienz gewinnt weiter an Bedeutung. |
Physische Sabotage und Cyberangriffe werden als größte Risiken wahrgenommen. | Betreiber müssen Sicherheitskonzepte ganzheitlich betrachten. |
Auch Extremwetter bleibt eine zentrale Herausforderung. | Klimaanpassung und Infrastrukturplanung gehören zusammen. |
Die Abwasserentsorgung wird als systemrelevante Infrastruktur erkannt. | Investitionen in robuste Systeme werden wichtiger. |
Warum wächst die Sorge um die Wasserinfrastruktur?
Störungen kritischer Infrastrukturen beschäftigen Bevölkerung, Politik und Wirtschaft gleichermaßen. Ereignisse wie großflächige Stromausfälle oder gezielte Angriffe auf Versorgungsnetze verdeutlichen, wie eng Energie-, Wasser- und Abwasserinfrastrukturen miteinander verknüpft sind.
Der IFAT Circularity Monitor zeigt, dass insbesondere gezielte Eingriffe in die Infrastruktur als Bedrohung wahrgenommen werden. 67 Prozent der Befragten nennen physische Sabotage, 66 Prozent Cyberangriffe. Erst danach folgen Extremwetterereignisse.
Diese Einschätzung macht deutlich: Versorgungssicherheit wird zunehmend auch als sicherheitspolitische Aufgabe verstanden.
Welche Risiken stehen für Wasser- und Abwassernetze im Mittelpunkt?
Die Ergebnisse des IFAT Circularity Monitors zeigen drei wesentliche Risikofelder:
- physische Sabotage kritischer Infrastrukturen
- Cyberangriffe auf digitale Steuerungs- und Leitsysteme
- zunehmende Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels
Nach Einschätzung von Wolf Merkel, Vorstand des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, lässt sich Versorgungssicherheit heute nicht mehr isoliert betrachten. Gefragt sind integrierte Konzepte, die physischen Schutz, Cyberresilienz und Klimaanpassung miteinander verbinden.
Gleichzeitig bleibt das Vertrauen in die Qualität und Sicherheit der Trinkwasserversorgung in Deutschland grundsätzlich hoch. Die Wasserwirtschaft investiert kontinuierlich in den Schutz und die Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur.
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Warum verdient die Abwasserinfrastruktur mehr Aufmerksamkeit?
Während die Wasserversorgung im öffentlichen Fokus steht, bleibt die Abwasserentsorgung häufig unsichtbar – obwohl sie für Umwelt, Gesundheit und öffentliche Sicherheit unverzichtbar ist.
Laut IFAT Circularity Monitor sehen 91 Prozent der Befragten Störungen der Abwasserentsorgung als ernsthafte Gefahr an. Als größte Risiken werden Extremwetter sowie physische Sabotage und technische Defekte genannt.
Für Lisa Irwin-Broß, Vorständin der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung leistungsfähiger Abwasseranlagen als systemrelevante Infrastruktur. Gleichzeitig zeigen sie, dass das öffentliche Bewusstsein für diese Zusammenhänge wächst.
Wie lassen sich kritische Wasserinfrastrukturen widerstandsfähiger machen?
Resilienz entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem:
- robuste und redundante Infrastrukturen
- Notfall- und Krisenvorsorge
- Schutz vor Cyberangriffen
- moderne Monitoring- und Steuerungssysteme
- klimaangepasste Planung und Investitionen
Der Schutz kritischer Wasserinfrastrukturen wird damit zu einer gemeinsamen Aufgabe von Betreibern, Industrie, Kommunen und Politik.
Auch Wolfgang Ischinger, ehemaliger Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, sieht darin eine zentrale sicherheitspolitische Herausforderung. Im Sinne einer Green Defense müsse die Resilienz nachhaltiger Infrastrukturen künftig stärker Bestandteil nationaler Sicherheitsstrategien werden.
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Welche Rolle spielt die IFAT Munich?
Wie sich Wasser- und Abwasserinfrastrukturen widerstandsfähiger gestalten lassen, zeigen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen auf der IFAT Munich.
Im Mittelpunkt stehen Technologien und Lösungen für:
- den Schutz kritischer Infrastrukturen,
- Cyberresilienz,
- klimaresiliente Wasserwirtschaft,
- moderne Wasser- und Abwassertechnik,
- digitales Infrastrukturmanagement.
Nutzen Sie die Gelegenheit, innovative Lösungen kennenzulernen und mit Experten aus aller Welt ins Gespräch zu kommen.
→ Mehr erfahren: Technologische Lösungen auf der IFAT Munich
FAQ
Weil sie die Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft sicherstellen und für Gesundheit, Umwelt und öffentliche Sicherheit unverzichtbar sind.
Vor allem physische Sabotage, Cyberangriffe und Extremwetterereignisse.
Grundsätzlich genießt die Trinkwasserversorgung weiterhin ein hohes Vertrauen. Gleichzeitig investieren Betreiber kontinuierlich in ihre Resilienz gegenüber neuen Bedrohungen.
Sie schützt Gewässer, Umwelt und Gesundheit und ist ein unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge.
Die IFAT Munich präsentiert Technologien und Konzepte für resiliente Wasser- und Abwassersysteme, Cybersecurity, Digitalisierung sowie klimaangepasste Infrastruktur.
Die Anforderungen an Wasser- und Abwassernetze wachsen. Neben Klimafolgen rücken auch Sicherheitsfragen stärker in den Fokus. Umso wichtiger sind innovative Technologien, resiliente Infrastrukturen und der fachliche Austausch.
Die IFAT Munich bringt internationale Experten, Unternehmen und Entscheider zusammen, um Lösungen für eine sichere und zukunftsfähige Wasserwirtschaft zu entwickeln.