Barrierefreiheit Beratung & Kontakt Sprache auswählen: EN

60 Jahre IFAT – 60 Meilensteine der Umweltbranche

Historische Eintrittskarte zur IFAT 1966 mit dem Schriftzug „IFAT“ und dem Text „Internationale Fachmesse für Abwassertechnik mit III. Internationaler Abwasserkonferenz, München 3.–9. September 1966“ sowie Kontaktdaten der Münchener Messe- und Ausstellungsgesellschaft und einem Logo mit stilisierten Wasserwellen links.

Seit 60 Jahren begleitet und inspiriert die IFAT die Umwelttechnik. Zum Jubiläum nehmen wir Sie mit auf eine Zeitreise durch sechs Jahrzehnte voller Innovationen, Meilensteine und visionärer Ideen, die die Branche geprägt und die Welt ein Stück nachhaltiger gemacht haben.

1966 – Start mit Fokus auf Abwassertechnik

Vom 5. bis 9. September findet erstmals die „Internationale Fachmesse für Abwassertechnik“ statt. Aus der Abkürzung dieses Namens leitet sich der heute noch genutzte Markenbegriff IFAT ab. Initiiert wird die neue Messe von der Abwassertechnischen Vereinigung (ATV). Veranstaltungsort ist das Messegelände im Münchner Stadtteil Schwanthalerhöhe, das im Osten an die Theresienwiese grenzt. Diese dient als Parkplatz für die 10.200 Messebesucherinnen und -besucher aus 40 Ländern.

1967 – Katastrophen schaffen Bewusstsein

Große Tankerkatastrophen, wie die Ölverschmutzung der Torrey Canyon vor der Küste Südenglands, führen zu internationaler ökologischer Aufmerksamkeit und gelten als Katalysatoren für die moderne Umweltbewegung und Organisationen wie Greenpeace.

1968 – Systematisch gegen Lärm

  • In Deutschland wird die „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ veröffentlicht. Die TA Lärm macht Lärmschutz erstmals systematisch messbar, vergleichbar und behördlich durchsetzbar.
  • Finnigan Instruments (USA) liefert die ersten kommerziellen GC-MS-Systeme aus. Die Kombination von Chromatographie und Massenspektrometrie wird rasch zum Standard für die Pestizid- und Dioxinanalytik.

1969 – Flammender Weckruf

  • Am 22. Juni entzündet sich eine dicke Schicht aus Öl, Industrieabfällen und Chemikalien auf der Oberfläche des Cuyahoga Rivers in Cleveland (USA). Der brennende Fluss beeinflusst die Wasserpolitik weltweit.
  • Die zweite IFAT geht in München über die Messebühne.

Eintrittskarte mit dem groß gesetzten Schriftzug „IFAT“ und dem Hinweis auf die „2. Internationale Fachmesse für Abwassertechnik“ in München vom 6.–13. September 1969, inklusive Kontaktdaten der Münchener Messe- und Ausstellungsgesellschaft und einem Logo mit stilisierten Wellen
© Messe München GmbH

1970 – Gründung der EPA

  • In den USA wird die Environmental Protection Agency (EPA) gegründet. Sie setzt erstmals verbindliche Emissionsstandards durch und beschleunigt die Markteinführung neuer Technologien massiv.
  • In Deutschland wird als erstes Umweltministerium weltweit das Bayerische Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen – heute das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz – aus der Taufe gehoben.

1971 – Bundesweite Umweltpolitik wird amtlich

Das erste Umweltprogramm der deutschen Bundesregierung wird am 14. Oktober verabschiedet. Es definiert Umweltpolitik systematisch als Aufgabe mit Grundsätzen des Vorsorge- und des Verursacherprinzips.

1972 – Abfall auf der IFAT

  • In Stockholm findet die erste weltweite Umweltkonferenz der Vereinten Nationen – offiziell Conference on the Human Environment – statt. Sie gilt als historischer Wendepunkt der internationalen Umweltpolitik und führte unter anderem zur späteren Gründung des UN-Umweltprogramms (UNEP).
  • Das Thema Abfallbeseitigung wird erstmals in das Ausstellungs- und Symposiumsprogramm der IFAT aufgenommen.

1973 - Ölkrise

Am 17. Oktober steigt der Ölpreis von rund drei US-Dollar/Barrel um 70 Prozent auf über fünf US-Dollar. Umwelt- und Energietechnik beginnen zusammenzuwachsen. Für die deutsche Politik rückt das Thema „Versorgungssicherheit“ in den Vordergrund.

1974 – Aus Alt(glas) mach Neu

  • Hannover führt als erste westdeutsche Stadt Altglascontainer ein. Damit startet in der BRD das heute flächendeckende Sammelsystem zum Glasrecycling.
  • Das Bundes-Immissionsschutzgesetz wird erlassen.

Nahaufnahme eines Altglascontainers mit drei runden Einwurföffnungen für Weiß-, Braun- und Grünglas; unter den Öffnungen sind die jeweiligen Beschriftungen sowie ein Hinweis zu den Einwurfzeiten zu sehen.
© Pixabay

1975 – IFAT in europäischen Sphären

  • Die EU-Abfallrahmenrichtlinie und das deutsche Abfallgesetz treten in Kraft. Grundlegendes Motto: „Abfall ist ein Designfehler“. Das entspricht dem bekannten Cradle-to-Cradle-Prinzip.
  • Auf der IFAT bewährt sich die Kombination des Messegeschehens mit dem Europäischen Abwasser- und Abfallsymposium.

1976 – Schub für Kläranlagen

In Deutschland tritt das Abwasserabgabengesetz in Kraft. Es regelt die Pflicht, für das Einleiten von Abwasser in Gewässer Abgaben zu zahlen und schafft damit einen wirtschaftlichen Anreiz zum Ausbau kommunaler Kläranlagen.

1977 - Naturschutz wird Gesetz

Das Bundesnaturschutzgesetz tritt in Kraft.

Feiern Sie mit uns 60 Jahre IFAT!

Am 6. Mai ab 17.00 Uhr empfangen wir Aussteller und Besucher im Eingang Ost. Feiern Sie mit uns bei kostenlosen Drinks & Beats das IFAT-Jubiläum!

1978 - Leistungsfähigkeit statt Lamentieren

Auf der IFAT wird erstmals für den Bereich Stadtreinigung ein komplettes Angebot präsentiert, nachdem sich der Verband Kommunaler Städtereinigungsbetrieb (VKS) entschlossen hat, seine bisherigen eigenen Wanderausstellungen mit der Münchner Messe zu verbinden.

1979 – Genf und GAU

  • Die erste Weltklimakonferenz (WCC-1) findet in Genf (Schweiz) statt.
  • Der Unfall im Kernkraftwerk Three Mile Island nahe Harrisburg ist der schwerste Störfall in der Geschichte der kommerziellen Atomenergie in den USA.

1980 – Rauchgas entschwefelt

Im Kraftwerk Scholven (Nordrhein-Westfalen) nimmt die erste großtechnische Nass-Rauchgasentschwefelungsanlage (REA) in westdeutschen Kohlekraftwerken den Betrieb auf. Daran maßgeblich beteiligt ist der deutsche Großanlagenbauer Lurgi.

1981 – IFAT geht auf die Straße

Bei der IFAT kommen der Straßen- und Winterdienst für Städte und Kommunen als Ausstellungsthemen hinzu.

Im Video: 60 Jahre Zirkularität

Kommen Sie mit auf eine kurze filmische Reise durch 60 Jahre IFAT – und 60 Jahre Zirkularität.

1982 – DDR verschleiert

Das Präsidium des Ministerrates der DDR erteilt am 16. November die „Anordnung zur Gewinnung oder Bearbeitung und zum Schutz von Informationen über den Zustand der natürlichen Umwelt in der DDR“, mit der Daten zur Umwelt unter Verschluss gestellt werden.

1983 – Guck in die Luft!

  • Die Bundesregierung veröffentlicht erstmals offizielle Zahlen zum Waldsterben. Technische Lösungen wie Entschwefelungsanlagen in Kohlekraftwerken und die Einführung des bleifreien Benzins gewinnen an Bedeutung.
  • Die Großfeuerungsanlagenverordnung tritt in Kraft.
  • Die Umweltgifte PCB und Dioxin sowie der so genannte „Sommersmog“ des Straßenverkehrs treten ins Rampenlicht.

1984 – Emissionen und Innovationen

  • Die neue EU-Industrieemissionsrichtlinie verpflichtet Anlagenbetreiber zur Nutzung der besten verfügbaren Techniken, um Schadstoffemissionen in Luft und Wasser zu minimieren.
  • Die Chemiekatastrophe in Bhopal (Indien) führt zu verschärften Sicherheitsprüfungen in europäischen Chemieparks sowie zur Weiterentwicklung von Frühwarnsystemen und Rückhaltebecken für Schadstoffe.
  • Im Rahmen der IFAT wird von PRECO (Uchte) der erste Kunststoffschachtboden vorgestellt. Die Innovation legt die Basis für moderne, fugenlose und korrosionsbeständige Kanalsysteme.

1985 – Dicke Luft rüttelt auf

Am 18. Januar wird der erste Smog-Alarm der höchsten Stufe im Ruhrgebiet ausgerufen. Dazu passend wird die Abgassonderuntersuchung (ASU) für alle Kraftfahrzeuge mit Benzinmotor eingeführt. Das sorgt für die schnelle Verbreitung des Drei-Wege-Katalysators.

Person im Anzug hält ein rundes Schild mit der Aufschrift „CO₂“ vor rauchiger Stadtszene mit Autos und Abgasen im Hintergrund
© Pixabay

1986 – Tschernobyl & Sandoz

  • Am 26. April ereignet sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl (Ukraine). Als eine der Folgen richtet Bundeskanzler Helmut Kohl im Juni das Umweltministerium in Bonn ein. Erster Umweltminister ist Walter Wallmann.
  • Im November laufen aus Anlagen des Chemieunternehmens Sandoz bei Basel (Schweiz) nach einem Großfeuer 20 Tonnen giftiger Löschschaum ungehindert in den Rhein – ein enormes Fischsterben ist die Folge. Lehren aus der Katastrophe: Das sicherheitstechnische Niveau von Industrieanlagen wird verbessert, kombiniert mit einer wirkungsvollen Überwachung.

1987 – Engagierter Minister

Klaus Töpfer wird neuer Bundesumweltminister. Er bringt weitreichende Entwicklungen in Gang wie zum Beispiel den Ausstieg aus der FCKW-Produktion, den Stopp der Dünnsäureverklappung in der Nordsee oder die Reduzierung der Staubemissionen. Im Mai 1988 springt er bei Mainz in den Rhein, um die nach dem Sandoz-Chemieunfall von 1986 wiedererlangte Sauberkeit des Flusses zu demonstrieren. Die berühmte Aktion trug dazu bei, Umweltschutz in den 1980er-Jahren in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte zu rücken.

1988 – Deutschland bei thermischer Abfallverwertung vorn

Bei der direkten Energiegewinnung aus Abfällen steht Deutschland an der internationalen Spitze: Etwa 98% der verbrannten Abfälle werden in Anlagen mit Wärmeverwertung durchgesetzt. In der Europäischen Gemeinschaft sind es nur 15%.

1989 – Ölpest mit konstruktiven Folgen

Die Exxon-Valdez-Ölpest (Alaska) veranlasst eine Regelung, nach der alle neu gebauten Tanker ab 1996 mit einer Doppelhülle ausgestattet sein müssen.

1990 – Verpackungen punkten

  • Die IFAT thematisiert nun neben dem Abwasserbereich auch die Wasserversorgung.
  • Mit „Der Grüne Punkt“ startet in Deutschland das weltweit erste duale System zur endverbrauchernahen und hochwertigen Verwertung von Verkaufsverpackungen.

1991 – Fortschritte bei Luft und Müll

  • In den neuen Bundesländern werden die Industrieanlagen modernisiert. Daher sinken die Schwefeldioxid- und Treibhausgasemissionen deutlich.
  • Die Verpackungsverordnung und die EG-Öko-Verordnung treten in Kraft.

Überfüllter Müllcontainer in einer Landschaft, umgeben von verstreutem Abfall und Plastiktüten auf dem Boden.
© Pixabay

1992 – Rio setzt Zeichen

Die UNO-Konferenz in Rio de Janeiro (Brasilien) gilt als Meilenstein für die Integration von Umwelt- und Entwicklungsbestrebungen.

Logo des „European Environmental Press“ (EEP) in Lila mit EU-Sternenkranz und Feder-Symbol.
© Messe München GmbH

1993 – IFAT verbindet

Im Rahmen der IFAT entsteht die Idee zum internationalen Zusammenschluss umwelttechnologischer Fachzeitschriften. Daraus wird ein Jahr später die European Environmental Press (EEP).

1994 – Auftritt Dr. Merkel

  • Dr. Angela Merkel wird Bundesumweltministerin. Sie hat das Amt bis 1998 inne.
  • Bei der Bayer AG (Leverkusen) werden die „Leitlinien für verantwortliches Handeln bei Umweltschutz und Sicherheit“ neu gefasst.

1995 – Digitalisierung von Ökobilanzen

Die Firma Particip (Wehingen) stellt mit „UMCOM“ eine Software vor, mit der sich betriebsbezogene Ökobilanzen erstellen lassen. In „VOICE“, einer Datenbankanwendung des Drägerwerks (Lübeck), sind 1.100 Schadstoffe gelistet.

1996 – Alles auf Abfall

  • Am 7. Oktober tritt in Deutschland das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz in Kraft. Es gilt hinsichtlich der Vermeidung, Verwertung und Abfallbehandlung als weltweiter Vorreiter.
  • In Bassum (Niedersachsen) geht die erste großtechnische Mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Deutschland in Betrieb.
  • Beispiele für auf der IFAT gezeigte Innovationen: Verbesserte Verfahren der biologischen Phosphatelimination, nachrüstbare Systeme für die gekoppelte Nitrifikation und Denitrifikation in Kläranlagen sowie ein nassoxidatives Verfahren zur Restmüllbehandlung.

1997 – Türkei kurbelt Abfall und Abwasserentsorgung an

  • In Izmit geht die bislang größte Entsorgungsanlage der Türkei zur umweltfreundlichen Beseitigung von Sondermüll, Industrieabfällen und Industrieabwässern in Betrieb (s. Bild). Neben einer Kläranlage und einer Deponie findet sich dort eine Sonderabfallverbrennungsanlage für 30.000 t/a.
  • Die Firma Netzsch (Waldkraiburg) präsentiert als Weltneuheit eine Exzenterschneckenpumpe mit Keramik-Rotoren. Deren Vorteile: längere Rotorstandzeiten und extreme chemische Beständigkeit bei gleichzeitiger Abrasionsfestigkeit.

1998 – Umwelt wird berichtenswert

  • Unternehmen wie Bosch veröffentlichen detaillierte Umweltberichte, die den Fokus auf die Vermeidung von Umweltrisiken, Ressourceneffizienz und die Reduzierung von Arbeitsunfällen legen.
  • In Bremen nimmt die Firma C.F. Plump eine neue Kältetrenntechnikanlage für Sonderabfälle, Kunststoffe und Verbundwerkstoffe in Betrieb. Das Verfahren beruht auf einer Versprödung der Abfälle durch Schockgefrieren bei -120 °C.

1999 – Umzug nach Riem

  • Die IFAT findet erstmals auf dem 1998 eröffneten Messegelände in München-Riem statt. Sie betrachtet nun auch die thermische und biologische Abfallverwertung. Außerdem werden Lösungen zur innerbetrieblichen Wasser- und Abwasserbehandlungen vorgestellt, die mit mechanisch-physikalischen, chemisch-physikalischen sowie biochemischen Verfahren arbeiten.
  • Die Chemie-Unternehmen DSM (Heerken/Niederlande) und Allied Signal (Morristownship/USA) eröffnen in Augusta (USA) die nach eigenen Angaben „erste großangelegte Teppichrecyclinganlage der Welt“. Sie kann jährlich 90.000 t Nylon6-Teppichabfälle verwerten.

2000 – Verordnetes Wachstum der Wasserwirtschaft

  • Die EU beschließt die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Erstmals wird europaweit als einheitliches Ziel ein „guter ökologischer Zustand“ aller Gewässer proklamiert. Die WRRL gilt als zentraler Wachstumstreiber der europäischen Wasserwirtschaft der 2000er- und 2010er-Jahre.
  • In Porta Westfalica startet das neue Spraydosen-Recyclingwerk der Firma Econ-Air. Aus jährlich 6.000 t Spraydosenmüll werden Treibmittel, Lösemittel, Aluminium und Weißblech zurückgewonnen.
  • Im Sekundärrohstoff-Verwertungszentrum Schwarze Pumpe nimmt ein neuer Schlackebadvergaser die Arbeit auf. Die Technologie des Herstellers Lurgi (Frankfurt/Main) wandelt diverse Abfälle in Synthesegas um.

2001 – Doch keine „saubere Sache“

Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht Berichte zu Stoffströmen aus Wasch- und Reinigungsmitteln, die trotz Kläranlagen in die Umwelt gelangen und unterstreicht damit die Bedeutung der Abwassertechnik.

2002 – Membranen im Fokus

  • Zentrales Ereignis im Veranstaltungsprogramm der IFAT ist das 12. Europäische Wasser-, Abwasser- und Abfallsymposium. Themen sind u. a. Membrantechnologien für Trinkwasser und Abwasser, Finanzen, TV-Inspektion für Betrieb und Instandhaltung, thermische Abfallbehandlung sowie die Deponierung und Entsorgung von Abfällen.
  • In der kommunalen Kläranlage in Memmingen (Bayern) geht ein Membranbioreaktor (MBR) als erste großtechnische Anlage in Betrieb. Hersteller ist das kanadische Unternehmen Zenon Environmental, das die Technologie 1989 auf den Markt brachte.

2003 – Sommer, Sonne, Dosenpfand

  • Das Jahr ist in Deutschland primär geprägt vom „Jahrhundertsommer“ mit neuen Hitzerekorden (bis zu 40,2° C) und hohen Ozonbelastungen.
  • Die Fließ- und Stillgewässer-Simulationsanlage (FSA) des Umweltbundesamts in Berlin-Marienfelde geht in Betrieb.
  • Das „Dosenpfand“ wird in Deutschland eingeführt.

Großer Haufen zerdrückter und leerer Getränkedosen aus Aluminium, teilweise mit sichtbaren Markenaufdrucken, gesammelt zum Recycling.
© Pixabay

2004 – IFAT geht nach China

  • Als asiatischer Ableger der Münchner Weltleitmesse startet in Shanghai die IFAT China.
  • Die EU-Mitgliedstaaten setzen die Emissionshandels-Richtlinie praktisch um – die nationale Allokationsplanung für Kraftwerke und Industrie beginnt. Damit wird erstmals ein CO2-Preis in Europa institutionell vorbereitet. Ab 2005 startet der Handel offiziell, aber 2004 ist das operative Geburtsjahr der Infrastruktur. Es entstehen neue Märkte für Emissionsmesstechnik, Energieeffizienzlösungen und Umweltberatung.

2005 – China kommt zur IFAT

  • Die Ablagerung von unbehandeltem Hausmüll wird in Deutschland – unter anderem durch die Technische Anleitung (TA) Siedlungsabfall – stark eingeschränkt.
  • Besonders attraktive Veranstaltungen auf der IFAT in München sind der China-Tag unter Schirmherrschaft des Bayerischen Umweltministers Dr. Werner Schnappauf, das Japan-Special und das Internationale Wasser-, Abwasser- und Abfallsymposium der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA).

2006 – Abwasserreinigung und -analytik erklimmen nächste Stufe

  • Das Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag installiert auf der Kläranlage in Dübendorf die weltweit erste großtechnische Demonstrationsanlage für eine „Vierte Abwasserreinigungsstufe“. Sie soll Arzneimittelrückstände und Industriechemikalien entfernen.
  • Die EU beschließt die Chemikalienverordnung REACH. Hersteller müssen nun erstmals systematisch Umwelt- und Gesundheitsdaten für Chemikalien vorlegen. Damit verbunden ist ein Innovationsschub für Umweltanalytik, Filtration und Wasseraufbereitung sowie Abfall- und Gefahrstoffmanagement.

2007 – Milliarden für bessere Abfallwirtschaft

Der Weltmarkt für Anlagen der Abfall- und Kreislaufwirtschaft erreicht ein Volumen von rund 35 Milliarden Euro.

2008 – IFAT jetzt mit Küsten- und Hochwasserschutz

Die IFAT fokussiert sich auf die energetische Verwertung von Abfällen (Stichwort: Biogas) sowie die effiziente Abwasserreinigung und Sanierung von Kanalsystemen. Außerdem wird das Thema Küsten- und Hochwasserschutz als eigene Ausstellungskategorie in den Katalog aufgenommen.

2009 – Weniger Treibhausgase wegen Finanzkrise

  • Die Wirtschafts- und Finanzkrise lässt den Treibhausgasausstoß in Deutschland um 8,4 Prozent sinken. Gleichzeitig verzeichnet der Markt für Wärmepumpen, Solarthermie und Holzheizungen einen zweistelligen Einbruch.
  • Die Bundesregierung startet den „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“.

2010 – Jetzt mit ENTSORGA im Namen

  • Die IFAT heißt jetzt IFAT ENTSORGA. Grund: Die Messe München kooperiert mit dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. (BDE), der bis dahin in Köln unter dem Namen Entsorga eine „Internationale Fachmesse für Recycling und Entsorgung“ organisierte. Außerdem wechselt der Turnus der Messe von bislang dreijährig auf zweijährig.
  • Die IFAT China kooperiert mit der „EPTEE & CWS Show for Water, Air, Waste, Energy and Recycling“, die bis dahin die größte nationale Umweltmesse im Reich der Mitte. Neuer Titel der Schau ist zunächst „IFAT CHINA + EPTEE + CWS“, was in der Folge zu „IE expo China“ wird.

Der damalige Geschäftsführer der Messe München International, Eugen Egetenmeier, spricht an einem Pult bei der Eröffnung der IFAT China. Hinter ihm auf der Bühne eine Reihe Männer.
© Helmuth Ziegler
Eugen Egetenmeir, damaliger Geschäftsführer der Messe München International, spricht bei der Eröffnungsveranstaltung der IFAT China -+EPTEE + CWS.

2011 – Energieeffiziente Abwasseranlagen

In Deutschland wird der neue Förderschwerpunkt „Energieeffiziente Abwasseranlagen“ ins Leben gerufen. Das Bundesumweltministerium unterstützt dabei 13 innovative Vorhaben mit insgesamt knapp 10 Millionen Euro.

2012 – Von Mega Cities und W2E

Ein Leitthema der IFAT ENTSORGA lautet „Abfall ist Rohstoff“. Als neue Produktgruppen werden „Sekundärrohstoffanbieter“ und „Sekundärrohstoffabnehmer“ eingeführt. Im Konferenzprogramm geht es um Themen wie Mega Cities, Phosphor-Recycling aus Klärschlamm, Kreislaufwirtschaftsgesetz und Waste-to-Energy (W2E).

2013 – Rohre ohne Blei

  • Trinkwasser in Deutschland wird bleifrei: Ein neuer Grenzwert erfordert den Austausch alter Bleirohre.
  • Im Bombay Convention & Exhibition Centre (BCEC) in Mumbai findet die erste Ausgabe der IFAT India statt.

2014 – Weg mit dem Zusatz „ENTSORGA“

Nach zwei Veranstaltungen unter dem Namen IFAT ENTSORGA kehrt die Leitmesse für Umwelttechnologien zu ihrem ursprünglichen Namen IFAT zurück, hier das damalige Logo.

IFAT-Logo mit farbigem Recycling-Dreieck und dem Slogan „resources. innovations. solutions.“
© Messe München GmbH
Weltkarte mit markierten Standorten internationaler IFAT‑Messen und Partnerveranstaltungen, darunter München, São Paulo, Johannesburg, Istanbul, Riad, Delhi, Mumbai, Chengdu, Shanghai, Guangzhou, Shenzhen sowie das Logo der Singapore International Water Week.
© Messe München GmbH
Die heutigen IFAT Standorte weltweit.

2015 – IFAT Messe-Netzwerk wächst weiter

  • Erstmals findet für Südchina die „Guangzhou International Environmental Protection Exhibition & IE expo Innovation Conference“ (GIEPE) statt, die ab 2016 „IE expo Guangzhou“ heißt.
  • In Istanbul (Türkei) – an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien – startet die IFAT Eurasia.
  • Mit der ersten IFAT Africa in Johannesburg (Südafrika) ist die Messe-Familie auch auf dem afrikanischen Kontinent präsent.

2016 – 50 Jahre IFAT

Die IFAT feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Zu den dort präsentierten Weltneuheiten gehört das Flygt Concertor-Pumpensystem des Herstellers Xylem. Die intelligente Abwasserpumpe kann sich automatisch an die jeweiligen Durchflussbedingungen anpassen und verfügt über eine automatische Reinigungsfunktion. Durch die neue Partnerschaft mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) können die Besucherinnen und Besucher erstmals auf der Messe Rohrleitungsbauarbeiten für Wassernetze live erleben.

2017 – Milliardenumsätze mit Umweltschutz

Das Statistische Bundesamt ermittelt für die Betriebe des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors in Deutschland 73,9 Milliarden Euro Umsatz mit Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz.

Weißes Demonstrationsfahrzeug mit großem Tankaufbau und der Aufschrift „BLUEPOWER – Batterie- & H₂-Brennstoffzellen-Antrieb“, dekoriert mit blauen Wasserstoffblasen, ausgestellt im Freien.
© FAUN

2018 – Klimaneutrale Abfallsammlung

Der Schlussbericht der IFAT listet folgende Top-Themen auf: Wasser und Abfall 4.0, Ressourcen nachhaltiger nutzen sowie Plastik effektiver recyceln. Vor allem ein wachsendes Bewusstsein bei den Verbrauchern und deren Forderung nach Nachhaltigkeit stärke die Branche. Der Hersteller FAUN stellt als Messeneuheit Bluepower, das weltweit erste wasserstoffbetriebene Müllfahrzeug, vor.

2019 – Schluss mit Cappuccino in Plastik

  • Die EU beschließt ein Verbot bestimmter Einweg-Kunststoffprodukte. Die Müllflut der vielen „Coffee-to-go“-Becher gerät in den Fokus.
  • Seit dem 1. Januar gelten in Deutschland deutlich höhere Recyclingquoten. Dies zwingt die Industrie zu Innovationen im Bereich Sortieranlagen und chemischem Recycling.
  • Neu im IFAT Messe-Netzwerk: Die IE expo Chengdu präsentiert sich als umwelttechnologische Lösungsplattform für die Region Westchina.

Ein öffentlicher Mülleimer, der überquillt, vor allem mit leeren Kaffeebechern
© Pixabay
Podiumsdiskussion im Rahmen von „IFAT impact“ auf einer Bühne mit blauem Hintergrund; fünf Personen sitzen auf Stühlen, zwei zusätzliche Referentinnen oder Referenten werden auf Monitoren zugeschaltet, vor der Bühne stehen Kameras und Technik.
© Messe München GmbH

2020 – Keine Präsenzmesse wegen Pandemie

  • Wegen der Corona-Pandemie wird die IFAT zunächst von Mai auf September verschoben und dann als Präsenzmesse abgesagt. Stattdessen organisierte die Messe München unter dem Titel „IFAT impact Business Summit“ (Foto) eine dreitägiges digitales Präsentations- und Diskussionsevent.
  • Die deutsche Abfallwirtschaft hält den durch die Pandemie ausgelösten Belastungen stand. Zitat Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Müllabfuhr und Entsorger beweisen gerade in dieser schwierigen Zeit ihre Systemrelevanz für unser Land.“

2021 – Das Aus für Plastiktrinkhalme & Co.

Das EU-Verbot von Einweg-Plastik – wie Besteck und Trinkhalme – tritt in Deutschland durch die Einwegkunststoff-Verbotsverordnung in Kraft. Daher werden verstärkt biobasierte Kunststoffe und Mehrwegsysteme entwickelt.

2022 – Jetzt mit „Munich“ im Namen

  • Als Teil des Markenauftritts erhält die IFAT den Zusatz „Munich“. Er dient vor allem der internationalen Wiedererkennung und zur Unterscheidung von den IFAT Ablegern weltweit.
  • Als Newcomer ergänzt die IE expo Shenzhen die Reihe der chinesischen Umweltmessen.
  • Die Corona-Pandemie verleiht dem Monitoring von Krankheitserregern über das Abwasser einen neuen Schub. Beispielsweise startet im Februar ein vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierter Projektverbund mit dem Ziel, ein abwasserbasiertes Covid-19-Frühwarnsystem zu entwickeln. Die EU fördert das Vorhaben mit rund 3,7 Millionen Euro.

Logo „IFAT Munich“ mit farbigem Recycling-Dreieck und Ortsbezeichnung München unter dem Schriftzug.
© Messe München GmbH

2023 – Smarte Sortieranlagen und Grüner Stahl

  • Müllsortieranlagen nutzen verstärkt neuronale Netze und Laserspektroskopie, um Kunststoffe nach Sorten so rein zu trennen, dass sie wieder für Lebensmittelverpackungen nutzbar sind.
  • Die Singapore International Water Week Pte Ltd (SIPL) und die hundertprozentige Tochtergesellschaft der Messe München in Singapur, MMI Asia Pte. Ltd., geben eine langfristige Vereinbarung zur Organisation der Singapore International Water Week (SIWW) | Water Expo bekannt.

Podiumsdiskussion mit Expert*innen auf der IFAT
© Messe München GmbH

2024 – IFAT Munich mit Flächenrekord

  • Die IFAT Munich endet mit einer Spitzenbeteiligung: Rund 142.000 Teilnehmenden aus nahezu 170 Ländern und Regionen. Das entspricht dem Rekordniveau von 2018. Der Anteil internationaler Besucher lag bei über 50 Prozent und damit so hoch wie nie zuvor. Mit 300.000 qm ist die Schau flächenmäßig zudem die größte IFAT aller Zeiten. Erstmals gibt es eine spezielle Fläche (Spotlight Area) für Wasserstoff in der Kreislaufwirtschaft. Als digitale Innovationen werden der Einsatz von KI und IoT zur Optimierung von Wasser- und Abfallmanagement gezeigt.
  • Mit der IFAT Brasil in São Paulo tritt das IFAT Cluster in den südamerikanischen Markt ein.

2025 – Leistungsstarke Gründerszene

In Deutschland sind ca. 3.000 GreenTech-Startups aktiv, wobei ein Drittel eigene Patente hält und verstärkt Hardware entwickelt.

2026 – Jubiläum und internationales Wachstum

  • Im Jubiläumsjahr präsentieren vom 4. bis 7. Mai über 3.000 Aussteller aus mehr als 60 Ländern ihre Strategien und Innovationen auf der IFAT Munich.
  • Und auch das internationale Messe-Netzwerk wächst weiter: Im Januar feiert die IFAT Saudi Arabia in Riad Premiere, während in der indischen Hauptstadt im April erstmals die IFAT Delhi stattfindet.

Außenansicht des Messegeländes in München mit dem Haupteingang zur IFAT, davor ein Wasserbecken mit Springbrunnen, Fahnenmasten mit IFAT‑ und Partnerflaggen sowie mehreren Fahrzeugen und Besuchern vor dem Gebäude.
© Copyright 2022, Messe München GmbH, all rights reserved

Bleiben Sie informiert!

Mit dem Branchennewsletter der IFAT Munich bleiben Sie auf dem Laufenden – über Trends, Innovationen und Events der Umwelttechnologie-Branche.

Zum Seitenanfang