Barrierefreiheit Beratung & Kontakt Sprache auswählen: EN
Pressemitteilung

​​​IFAT Munich 2026: Circularity als Schlüssel für Rohstoffsicherheit und nachhaltige Mobilität​

11. März 2026

  • Strategien für mehr Rohstoffunabhängigkeit im Blickpunkt
  • Neue Recyclinglösungen für die Automobilindustrie
  • Digitale Technologien als Innovationstreiber der Branche

Zirkularität gewinnt angesichts geopolitischer Spannungen, fragiler Lieferketten und steigender Rohstoffpreise zunehmend an Bedeutung. Das Veranstaltungsprogramm der IFAT Munich belegt eindrucksvoll, wie Recycling, Digitalisierung und neue Kooperationen dazu beitragen können, Ressourcen effizienter zu nutzen und wirtschaftliche Resilienz zu stärken. Die Weltleitmesse für Umwelttechnologien findet vom 4. bis 7. Mai 2026 in München statt.

Selten war die IFAT Munich in ihrer 60-jährigen Geschichte so eng mit weltwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen verknüpft wie heute. Vor dem Hintergrund globaler Lieferkettenkrisen rücken zentrale Themen der Messe verstärkt in den Fokus von Politik und Industrie. Denn konsequent umgesetzte Zirkularität gilt zunehmend als entscheidender Faktor, um Rohstoffabhängigkeiten zu reduzieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen wie europäischen Wirtschaft zu sichern.

Auch politisch erhält dieser Ansatz Rückenwind. So stellte die Europäische Kommission im Dezember 2025 den Aktionsplan RESourceEU vor. Neben Förderprogrammen für eine effizientere Ressourcennutzung sieht er unter anderem Exportbeschränkungen für bestimmte Abfallströme – etwa Aluminiumschrott oder Abfälle aus Permanentmagneten – vor, um Recyclingkapazitäten innerhalb Europas zu stärken. Ergänzend sollen neue Kennzeichnungspflichten sowie zusätzliche Recyclinganreize für Batterien eingeführt werden.

Rohstoffsicherung im Fokus des IFAT-Veranstaltungsprogramms

„Rund sechs Wochen vor Messestart zeichnet sich deutlich ab, dass unsere Aussteller wertvolle Impulse und Innovationen für mehr Rohstoffsicherheit nach München bringen“, sagt Exhibition Director Philipp Eisenmann. Beispiele dafür seien neue Verfahren zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien, innovative Ansätze im Autorecycling sowie digitale Technologien zur präziseren Sortierung von Wertstoffen.

Auch im Veranstaltungsprogramm spielen dieses Thema eine zentrale Rolle. Auf der Orange Stage in Halle A5 widmen sich gleich mehrere Podiumsdiskussionen den Chancen und Strategien einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft. Organisiert werden sie unter anderem vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE), von Germany Trade & Invest (GTAI), der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) sowie vom Bundesumweltministerium.

Automobilindustrie: Materialkreisläufe noch umfassender schließen

Eine Branche mit besonders hohem Ressourcenbedarf ist die Automobilindustrie. Die Europäische Union verfolgt deshalb das Ziel, deutlich mehr Materialien zurückzugewinnen, hochwertig zu recyceln und möglichst innerhalb der EU im Kreislauf zu halten. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von Importen reduziert und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Lieferkettenstörungen gestärkt werden. Diese Ziele spiegeln sich auch in der neuen europäischen Altfahrzeug-Verordnung (End-of-Life Vehicles Regulation, ELV-R) wider, die sich derzeit im finalen Gesetzgebungsverfahren befindet. Sie verschärft Recyclingquoten, fordert einen höheren Einsatz von Recyclingkunststoffen und führt einen digitalen Fahrzeugpass ein, der Demontage und Verwertung erleichtern soll.

Mit dem Hochlauf der Elektromobilität gewinnt zudem das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien zunehmend an Bedeutung. Die Energiespeicher enthalten strategisch wichtige Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Lithium und Graphit. Technisch sind bereits hohe Rückgewinnungsraten möglich, wirtschaftlich hängt die Attraktivität der Verfahren jedoch stark von den jeweiligen Marktpreisen ab. Gleichzeitig entstehen derzeit in Europa neue industrielle Recyclingkapazitäten.
Vor diesem Hintergrund greifen mehrere Veranstaltungen auf der Orange Stage das Thema auf. Fachleute aus Automobilindustrie und Recyclingwirtschaft diskutieren dort unter anderem über Urban Mining, geschlossene Materialkreisläufe und neue Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette.

Weitere Programmpunkte befassen sich mit erweiterten Herstellerverantwortungen, etwa beim Recycling von Altreifen, sowie mit industriellen Verfahren zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus Lithium-Ionen-Batterien. Zu den Veranstaltern zählen der BDE, das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ), der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) sowie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Neben Diskussionen und Fachvorträgen bietet die IFAT Munich auch praxisnahe Einblicke. Auf dem Freigelände demonstriert die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) unter dem Titel „Stahl- und Metallrecycling im Zeichen von Green Steel (BDSV)“ moderne mechanische Zerlegeverfahren live vor Publikum.

KI, Robotik und Digitalisierung als Innovationstreiber

Zu den wichtigsten Innovationstreibern der Kreislauf- und Abfallwirtschaft zählen derzeit Künstliche Intelligenz, Robotik und digitale Technologien. Von ihnen erwartet die Branche bessere Sortierergebnisse, effizientere Betriebsabläufe, höhere Arbeitssicherheit sowie geringere Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Auch in der kommunalen Abfallwirtschaft eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten: KI kann etwa helfen, Fehlwürfe zu minimieren oder die Tourenplanung der Sammelfahrzeuge zu optimieren. Konkrete Anwendungen, Herausforderungen bei der Implementierung sowie strategische Potenziale für Städte und kommunale Betriebe stehen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) auf der Orange Stage.

Der VDMA stellt auf der IFAT Munich zudem eine Initiative vor, die den Datenaustausch sensorgesteuerter Sortieranlagen standardisieren soll, um intelligentere und effizientere Recyclingprozesse zu ermöglichen. In einer weiteren Veranstaltung widmet sich der Verband der Frage, welche Rolle digitale Produktpässe künftig für ein hochwertigeres Recycling spielen können.

Chancen und Grenzen neuer Technologien

Am letzten Messetag, dem 7. Mai, wirft die International Solid Waste Association (ISWA) einen kritischen Blick auf den Einsatz von KI und Robotik in der Abfallwirtschaft. Neben innovativen Technologien – etwa kollaborativen Robotern zur Demontage komplexer Elektronik, KI-gestützter Materialrückgewinnung oder digitaler Materialflussverfolgung – werden dabei auch Herausforderungen und mögliche Nebenwirkungen diskutiert. Denn KI-Systeme sind auf hochwertige, standardisierte Daten und eine stabile digitale Infrastruktur angewiesen. Abfallströme sind jedoch häufig heterogen und stark verunreinigt. Modelle, die unter Laborbedingungen gut funktionieren, stoßen in der Praxis daher oft an ihre Grenzen. Gleichzeitig sind viele Systeme mit hohen Investitionskosten verbunden – ein Hindernis insbesondere für kleinere Recyclinganlagen sowie für Betriebe in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Gerade dort wird in den kommenden Jahrzehnten jedoch der stärkste Anstieg der Abfallmengen erwartet. Nach Einschätzung der ISWA besteht deshalb eine zentrale Herausforderung darin, digitale Innovationen mit praktikablen und langfristig tragfähigen Systemlösungen zu verbinden.

Zugehöriges Bildmaterial

Publikum bei einer Podiumsdiskussion auf der Orange Stage der IFAT Munich in einer Messehalle.
© Messe München GmbH
Die Orange Stage wartet 2026 wieder mit einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm auf.
In maximaler Qualität herunterladen
Live-Demonstration zur Fahrzeugdemontage auf einer Fachmesse im Freigelände, beobachtet von zahlreichen Besuchern.
© Messe München GmbH
Live-Demonstrationen veranschaulichen Automobilrecycling.
In maximaler Qualität herunterladen
Oranger Müllwagen bei einer Vorführung auf einer Fachmesse im Freigelände, beobachtet von Besuchern unter blauem Himmel mit vielen Wolken.
© Messe München GmbH
Auf der Truck in Action-Show lässt sich Fahrzeugtechnologie live erleben.
In maximaler Qualität herunterladen
Kunststoffabfälle wie Folien, Becher und Flaschen auf einem Förderband in einer Sortieranlage.
© Messe München GmbH
Abfall und Sekundärrohstoffe sind ein Schwerpunktthema der IFAT Munich.
In maximaler Qualität herunterladen
Publikum bei einer Podiumsdiskussion auf der Orange Stage der IFAT Munich in einer Messehalle.
© Messe München GmbH
Die Orange Stage wartet 2026 wieder mit einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm auf.
Live-Demonstration zur Fahrzeugdemontage auf einer Fachmesse im Freigelände, beobachtet von zahlreichen Besuchern.
© Messe München GmbH
Live-Demonstrationen veranschaulichen Automobilrecycling.
Oranger Müllwagen bei einer Vorführung auf einer Fachmesse im Freigelände, beobachtet von Besuchern unter blauem Himmel mit vielen Wolken.
© Messe München GmbH
Auf der Truck in Action-Show lässt sich Fahrzeugtechnologie live erleben.
Kunststoffabfälle wie Folien, Becher und Flaschen auf einem Förderband in einer Sortieranlage.
© Messe München GmbH
Abfall und Sekundärrohstoffe sind ein Schwerpunktthema der IFAT Munich.
Matthias Glötzner
Matthias Glötzner
  • PR Manager
+49 89 949-21483
+49 89 949-21483
E-Mail schreiben
E-Mail schreiben