Zirkularität als strategischer Zukunftsfaktor für Europa

Circularity ist mehr als Umweltpolitik: Sie verbindet Abfallwirtschaft und Wasserinfrastruktur und wird in geopolitisch unsicheren Zeiten zur Frage von Resilienz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Die IFAT Munich rückt die strategische Bedeutung geschlossener Stoff- und Wasserkreisläufe für Europas Zukunft in den Fokus.

Kräne und ein Frachtschiff in einer Hafenanlage bei Sonnenuntergang

„Circularity is a must!“ – warum Zirkularität strategisch wird

Zirkularität hat sich von einem primär ökologischen Leitbild zu einem entscheidenden Faktor wirtschaftlicher Stabilität entwickelt. Geopolitische Spannungen, fragile Lieferketten und zunehmende Ressourcenabhängigkeiten machen deutlich, wie eng Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit miteinander verknüpft sind. Dabei zeigt sich immer wieder: Zirkularität ist für die Zukunft Europas unverzichtbar. Anders ausgedrückt: Circularity is a must!

Die IFAT Munich greift diese Zusammenhänge auf und ordnet Zirkularität aus sicherheitspolitischer, volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Perspektive ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie geschlossene Stoff- und Wasserkreisläufe Resilienz stärken und strategische Handlungsfähigkeit sichern.

Im Dialog – unter anderem auf der Green Stage der IFAT Munich 2026 – werden diese Themen weitergeführt.

„Rohstoffe sind Machtinstrumente“

Abhängigkeit bedeutet Verwundbarkeit. Wenn wir Seltene Erden aus Altgeräten zurückgewinnen, statt sie teuer zu importieren, stärken wir unsere technologische Souveränität. Wenn wir Stahl, Aluminium oder Kupfer im Kreislauf halten, machen wir uns resilient gegen Marktverwerfungen. Green Defense heißt: Kreislaufwirtschaft wird zum geopolitischen Stabilitätsfaktor.
Wolfgang Ischinger, Botschafter a.D., lächelnd mit Brille in einem dunkelblauen Anzug
Wolfgang Ischinger
  • Botschafter a.D.

5 Fakten über Green Defense

Rohstoffsicherheit ist mehr als eine wirtschaftliche Frage. Circularity rückt zunehmend in den Fokus von Sicherheits- und Industriepolitik. Anja Siegesmund und Wolfgang Ischinger zeigten in einer Diskussion, warum zirkuläre Systeme zu einem zentralen Baustein von Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und strategischer Handlungsfähigkeit werden.

Erfahren Sie hier in 5 Fakten mehr über die Rolle von Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Green Defense.

Fakt 1: Zitat von Anja Siegesmund zur Bedeutung von Rohstoffsouveränität für Sicherheits- und Verteidigungspolitik, darunter eine Gesprächsszene.
Rohstoffe sind eine Sicherheitsfrage. Deutschland importiert über 90 % seiner Rohstoffe, was Abhängigkeiten und strategische Verwundbarkeiten schafft.
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Fakt 2: „Importabhängigkeit schwächt die strategische Autonomie“ mit Icon zu globalen Lieferketten und Transport.
Importabhängigkeit schwächt die strategische Autonomie. Zirkuläre Systeme verringern die Abhängigkeit von globalen Lieferketten und stärken Europas Handlungsfähigkeit in Krisenzeiten.
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Fakt 3: „Kreislaufwirtschaft ist Risikomanagement“ mit Industrie- und Recycling-Symbol.
Kreislaufwirtschaft ist Risikomanagement. Zirkuläre Lösungen sichern Lieferketten, reduzieren Risiken und fördern langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
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Fakt 4: „Ressourcendruck treibt Innovation voran“ mit Kreislauf- und Pfeilsymbol.
Ressourcenknappheit treibt Innovation. Von fortschrittlichen Recyclingtechnologien bis zu zirkulären Produktdesigns entstehen neue industrielle Fähigkeiten.
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Fakt 5: „Keine Resilienz ohne Zusammenarbeit“ mit Handschlag-Symbol.
Resilienz erfordert Zusammenarbeit. Sicherheit durch Kreislaufwirtschaft gelingt nur mit koordinierter Aktion von Politik, Industrie, Technologie und Märkten.
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Fakt 1: Zitat von Anja Siegesmund zur Bedeutung von Rohstoffsouveränität für Sicherheits- und Verteidigungspolitik, darunter eine Gesprächsszene.
Fakt 2: „Importabhängigkeit schwächt die strategische Autonomie“ mit Icon zu globalen Lieferketten und Transport.
Fakt 3: „Kreislaufwirtschaft ist Risikomanagement“ mit Industrie- und Recycling-Symbol.
Fakt 4: „Ressourcendruck treibt Innovation voran“ mit Kreislauf- und Pfeilsymbol.
Fakt 5: „Keine Resilienz ohne Zusammenarbeit“ mit Handschlag-Symbol.

Green Defense in der wirtschaftspolitischen Debatte

Die Diskussion um Green Defense zeigt, dass Circularity zunehmend als Bestandteil wirtschaftspolitischer Strategien verstanden wird. Geschlossene Rohstoff- und Materialkreisläufe gelten nicht mehr nur als Umweltmaßnahme, sondern als Instrument zur Stabilisierung von Lieferketten und zur Stärkung industrieller Souveränität.

Anja Siegesmund und Wolfgang Ischinger diskutierten beim SZ Wirtschaftsgipfel, wie Kreislaufwirtschaft über ökologische Aspekte hinaus zur Reduktion von Abhängigkeiten beiträgt und sicherheits- sowie industriepolitische Dimensionen von Rohstoffkreisläufen sichtbar macht. In den Gesprächen mit führenden Vertretern aus Politik, Industrie und Zivilgesellschaft wurde deutlich, dass Kreislauflösungen zunehmend als wichtiger Hebel angesehen werden, um Abhängigkeiten zu reduzieren, die Handlungsfähigkeit Europas zu stärken und seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Die daraus gewonnenen Impulse fließen in die IFAT Munich 2026 ein, wo der branchenübergreifende Dialog fortgeführt und in konkrete technologische Lösungen übersetzt wird.

Studie der IFAT Munich: So denken die Deutschen über Zirkularität

Für die Deutschen beginnt die Rohstoffsicherheit des Landes im Recyclinghof – das zeigt der IFAT Circularity Monitor, eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der IFAT Munich:

  • 73 % der Deutschen bewerten Kreislaufwirtschaft, bezogen auf die nationale (Rohstoff-)Sicherheit, als wichtig,
  • mehr als die Hälfte sieht in ihr einen Taktgeber für neues Wirtschaftswachstum.
  • Zugleich geben 83 % an, sich noch schlecht oder nur ausreichend über diesen Themenkomplex informiert zu fühlen.

Die Ergebnisse zeigen: Das Problembewusstsein ist hoch – doch es braucht konkrete Strategien, Technologien und politische Rahmenbedingungen, um Resilienz tatsächlich zu stärken. Genau hier setzt die IFAT Munich an – als Plattform, auf der Lösungen für geschlossene Stoff- und Wasserkreisläufe sichtbar und diskutierbar werden.

Sehen Sie hier die Ergebnisse der Studie im Detail.

Balkendiagramm mit Ergebnissen aus dem IFAT Circularity Monitor
Balkendiagramm mit Ergebnissen aus dem IFAT Circularity Monitor
Balkendiagramm mit Ergebnissen aus dem IFAT Circularity Monitor
Balkendiagramm mit Ergebnissen aus dem IFAT Circularity Monitor

„Green Defense als Stabilitätsstrategie.“

Kreislaufwirtschaft ist kein optionales Nachhaltigkeitsprogramm mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. Geschlossene Stoff- und Wasserkreisläufe erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks und sichern langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Lächelnder junger Mann mit kurzem Haar und Bart, mit blaugrauem Anzug und weißem Hemd.
Philipp Eisenmann
  • Exhibition Director IFAT Munich

Studie der IFAT Munich: Deutsche sehen Wasser- und Abwassernetze in Gefahr

Für viele Deutsche ist die Sicherheit von Wasser- und Abwassersystemen längst mehr als eine technische Frage, das zeigt die Studie des IFAT Circularity Monitor:

  • 63 % halten Deutschland bei Krisen der Wasserversorgung für schlecht vorbereitet,
  • besonders groß ist die Sorge vor Sabotage (67 %) und Cyberangriffen (66 %).
  • 91 % sehen zudem Störungen der Abwasserentsorgung als ernsthafte Gefahr für Umwelt, Gesundheit und öffentliche Sicherheit.

Die Ergebnisse unterstreichen: Wasserinfrastruktur wird zunehmend als sicherheitspolitischer Faktor wahrgenommen und rückt ins Zentrum der Debatte um Resilienz und Green Defense.

Die IFAT Munich greift diese Entwicklungen auf und zeigt Technologien und Konzepte, mit denen sich Wasser- und Abwassersysteme widerstandsfähiger und zukunftsfähiger gestalten lassen.

Hier sehen Sie die Ergebnisse der Studie im Detail.

Risiken für Abwasseranlagen: Cyberangriffe, Sabotage, Extremwetter und technische Defekte gelten als wahrscheinlichste Ursachen.
Risiken für Abwasseranlagen: Cyberangriffe, Sabotage, Extremwetter und technische Defekte gelten als wahrscheinlichste Ursachen.
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Krisenvorsorge Wasserversorgung: 63 Prozent bewerten die Vorbereitung auf Krisen als unzureichend.
Krisenvorsorge Wasserversorgung: 63 Prozent bewerten die Vorbereitung auf Krisen als unzureichend.
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Risiken für die Wasserversorgung: Eine Mehrheit hält Cyberangriffe, Sabotage, Extremwetter und technische Defekte für wahrscheinlich.
Risiken für die Wasserversorgung: Eine Mehrheit hält Cyberangriffe, Sabotage, Extremwetter und technische Defekte für wahrscheinlich.
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Kritische Infrastruktur: 91 Prozent der Befragten sehen Abwasseranlagen und -netze als systemrelevant mit großen Auswirkungen bei Störungen.
Risiken für Abwasseranlagen: Cyberangriffe, Sabotage, Extremwetter und technische Defekte gelten als wahrscheinlichste Ursachen.
Krisenvorsorge Wasserversorgung: 63 Prozent bewerten die Vorbereitung auf Krisen als unzureichend.
Risiken für die Wasserversorgung: Eine Mehrheit hält Cyberangriffe, Sabotage, Extremwetter und technische Defekte für wahrscheinlich.

Im Video: Exhibition Director Philipp Eisenmann über Circularity, Green Defense und die Rolle der IFAT Munich

Interviews, Analysen, Videos: Spannende Hintergründe zu Zirkularität

Lesen Sie spannende Beiträge rund um Zirkularität – mit Analysen, Interviews und Hintergründen zu zentralen Fragen der IFAT Munich. Die Artikel erscheinen im Umfeld der Süddeutschen Zeitung und greifen Themen von Kreislaufwirtschaft und Wasserinfrastruktur bis zu geopolitischen Aspekten der Ressourcensicherheit auf.

Die Beiträge im Überblick (wird bei Neuveröffentlichungen ergänzt)

„Deutschlands Sicherheit beginnt im Recyclinghof“

Eine Studie der IFAT Munich zeigt, wie Kreislaufwirtschaft mit Deutschlands Rohstoffsicherheit verknüpft ist – und wo noch Aufklärungsbedarf besteht. 73 % der Deutschen erkennen die Bedeutung, aber 83 % fühlen sich schlecht informiert. Erfahren Sie mehr über die sicherheitspolitische Relevanz von Circularity.

„Deutsche sehen auch Wasser- und Abwassernetze in Gefahr”

Mehr als 60 Prozent der Deutschen halten die Wasserinfrastruktur für anfällig gegenüber Sabotage, Cyberangriffen oder Extremwetter. Eine Studie der IFAT Munich zeigt, wie sich das Sicherheitsverständnis verschiebt und warum Wasser längst nicht mehr nur ein technisches, sondern ein strategisches Thema ist.

„Wir müssen endlich mehr in Kreislaufwirtschaft investieren“

Europa verfügt über das technologische Potenzial, jedoch fehlt es an politischen Rahmenbedingungen. ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski erklärt im Gespräch, warum die Kreislaufwirtschaft zur wirtschafts- und sicherheitspolitischen Schlüsselstrategie werden muss und welche drei Hebel jetzt entscheidend sind.

Bleiben Sie über Zirkularität auf dem Laufenden

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