IFAT Industry Insights
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3 Fragen an Patrick Hasenkamp & Karsten Specht

VKU-Vizepräsident Abfall, Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU)

IFAT | Welche Impulse erwarten Sie von der im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung enthaltenen Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie?

Hasenkamp | Die schon seit vielen Jahren bekannten, aber bisher nur rudimentär erfolgreichen Maßnahmen für eine wirksame Abfallvermeidung und eine effektive Rückgewinnung wertvoller Ressourcen durch bürgerorientierte Getrennterfassungssysteme werden durch die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie deutlich gestärkt. Kommunen und Wirtschaft sind jetzt gemeinsam gefordert, die Ziele einer nachhaltigen Wirtschaft zu erreichen. Kommunen nutzen ihre Funktion als Schlüssel zu den Ressourcen in den Haushalten und Gewerbebetrieben für die qualitative und quantitative Optimierung der Wertstofferfassung. Gewerbe und Handel sorgen für intelligente Mehrwegsysteme, recyclinggerechte Produkte und den Wiedereinsatz der Sekundärrohstoffe in ihren Produkten. Damit werden in vielen Kommunen die Grundlagen gelegt, gemeinsam mit allen Stakeholdern dringend benötigte Zero-Waste-Strategien erfolgreich umzusetzen.

VKU-Vizepräsident Wasser/Abwasser Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU)

IFAT | Was sind die aktuell größten Herausforderungen für Ihre Verbandsunternehmen?

Specht | Neben dem Schutz vor Starkregenereignissen und dem Umgang mit langanhaltenden Trockenperioden stellt uns auch der demografische Wandel vor immense Aufgaben: Wie erhalte ich eine sichere und bezahlbare Trinkwasser- und Abwasserentsorgung in meiner Region, wenn immer weniger Menschen hier leben? Zur Quantitätsfrage kommt die Qualitätsfrage, weil unsere Wasserressourcen zunehmend(en) Belastungen ausgesetzt sind. Politik muss die Frage beantworten, auf welches Modell wir beim Schutz der Ressourcen für die Trinkwasserversorgung setzen. Sind das mehr und mehr technische Lösungen, was die Wasserwirtschaft strukturell verändern und die Bürgerinnen und Bürger finanziell belasten würde? Oder stärken wir das Vorsorge- und Verursacherprinzip, sodass wir Anreize und Regelungen für einen besseren Schutz unserer Wasserressourcen setzen? Letzteres ist aus unserer Sicht der richtige Weg. Neben einer verursachergerechten Kostenbeteiligung beispielsweise der Pflanzenschutzmittelhersteller bei notwendigen zusätzlichen Reinigungsleistungen der Kläranlagen geht es zuerst darum, dass Stoffe gar nicht erst in Verkehr oder eben deutlich weniger in Verkehr gebracht werden.

Hasenkamp | Die kommunalen Unternehmen sind angesichts der immer deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels vor Ort gefordert, resiliente und nachhaltige Konzepte für ihre kritischen Infrastrukturdienstleistungen zu entwickeln. Das bedeutet, technische Lösungen wie zum Beispiel den Einsatz alternativer Antriebssysteme und Energieversorgungssysteme voranzutreiben. Außerdem müssen alle technischen und wirtschaftlichen Lösungsansätze für eine CO2-neutrale Energieerzeugung aus Abfällen genutzt sowie für eine in vielen Städten wachsende Bevölkerung ausreichende Verwertungs- und Behandlungskapazitäten sichergestellt werden. Last but not least müssen die immer dringlicheren Aufgaben für die Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung sowie -bindung in den öffentlichen Unternehmen in Angriff genommen werden.

IFAT | Welche Bedeutung messen Sie der IFAT Munich 2022 bei?

Specht | Der VKU ist nicht ohne Grund schon seit langem ideeller IFAT-Partner. Wo, wenn nicht in München, kommen wir mit so vielen in- und ausländischen Besuchern ins Gespräch darüber, wie Städte und Regionen angesichts des Klima- und demographischen Wandels künftig besser funktionieren können.

Hasenkamp | Die IFAT Munich 2022 ermöglicht den dringend benötigten Austausch zwischen unseren Unternehmen und unseren Partnern in der Industrie über die aktuellen technischen Entwicklungen und Produkte. Hier kann der absehbar hohe Investitionsbedarf in nachhaltige Anlagen- und Fahrzeugtechnik diskutiert werden.

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