IFAT Industry Insights
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3 Fragen an Dr. Wolf Merkel

Vorstand für das Ressort Wasser des DVGW, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.

IFAT | Welche Erwartungen haben Sie an die neue Bundesregierung in Bezug auf die Wasserwirtschaft?

Merkel | Nie zuvor hat sich eine Bundesregierung ausführlicher und konkreter zum Schutz des Wassers bekannt. Der Koalitionsvertrag der Ampelregierung macht deutlich, dass die Politik einen hohen Handlungsbedarf zur zukünftigen Sicherung der Trinkwasserversorgung in Deutschland sieht: Da ist zum Beispiel das klare Bekenntnis zum Vorrang der öffentlichen Trinkwasserversorgung – ein Grundsatz, der in Zeiten des Klimawandels bei der Aushandlung von Nutzungskonflikten mit Landwirtschaft und Industrie sowie für natur- und wassernahe Landschaften wichtig sein wird. Des Weiteren gibt es ein klares Bekenntnis dazu, die in der Wasserrahmenrichtlinie zum Schutz des Wassers vorgesehenen Maßnahmen konsequent umzusetzen. Auch das Bekenntnis zu vorsorgendem Gewässerschutz ist wirklich sehr gut.

Entscheidend ist, dass die politischen Visionen nun in konkrete Zielvorgaben münden, deren Erreichen die Politik mit effektiven Maßnahmen fördert sowie regelmäßig evaluiert und nachsteuert.

IFAT | Welche Rolle kann der European Green Deal für die Wasserwirtschaft spielen?

Merkel | Immer mehr ordnungspolitische Weichenstellungen für den Wassersektor erfolgen auf europäischer Ebene. Wir unterstützen die ehrgeizigen Ambitionen der Kommission, mit dem Europäischen Green Deal unter anderem eine schadstofffreie Umwelt zu realisieren. Mit dem Null-Schadstoff-Aktionsplan werden für den Gewässerschutz genau die Dinge in den Vordergrund gestellt, die wir als DVGW bereits seit Jahrzehnten fordern: die konsequente Anwendung des Vorsorge- und Verursacherprinzips sowie die Vermeidung von Verschmutzungen an der Quelle anstelle der Durchführung von End-of-Pipe-Maßnahmen im Wasserwerk. Auch in Bezug auf die gerade anstehende nationale Umsetzung der Anforderungen der EU-Trinkwasserrichtlinie in Puncto Risikomanagement erwarten wir, dass der Null-Schadstoff-Aktionsplan, wenn er ehrgeizig auf den Weg gebracht wird, zum Schutz der Trinkwasserressourcen beiträgt. Er wäre dann durchaus der Quantensprung in der EU-Umweltpolitik, den wir dringend benötigen.

IFAT | Welche Bedeutung messen Sie der IFAT Munich 2022 bei?

Merkel | Die IFAT Munich 2022 wird ein hochattraktives Schaufenster für die gesamte Versorgungsbranche. Nach vierjähriger pandemiebedingter Pause ist es wichtiger denn je, zukunftsweisende technologische Verfahren ebenso wie Neuheiten bei Produkten und Dienstleistungen für die Praxis der Wasserver- und -entsorgung auf eine international renommierte Plattform zu heben. Denn diese tragen in erheblichem Maße zur Innovationskraft der Branche bei. Eine Messe ist immer auch ein Dialog zwischen Hersteller und Nutzer – innovative Angebote treffen auf die Bedarfe der Anwender und geben Impulse für neue Technologielösungen. Ohne eine Messe wie die IFAT Munich fehlte dieser globale Marktplatz für Spitzentechnologien, zur Sicherung der Wasserqualität, zur Nutzung der Digitalisierung oder zur Instandhaltung der Infrastruktur.

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